Arbeiten von Schülerinnen der Klasse 10c in der neuesten Ausgabe des Jahresheftes des Schleidener Geschichtsforums

Im Januar dieses Jahres hat unsere Schule anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau eine Gedenkwoche veranstaltet. Damit wollten wir an die Millionen Menschen erinnern, welche damals verfolgt, gequält und ermordet wurden. Mit den Vorbereitungen haben wir schon im Dezember 2024 begonnen.

Ein Teil der Vorbereitung war die Erstellung von Sways. Das sind digitale Präsentationen, mit denen man die Lebensgeschichten von unterschiedlichen Personen anschaulich zeigen kann. In unseren digital zugänglichen Präsentationen haben wir die verschiedenen Personengruppe thematisiert, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Dazu gehörten unter anderem politische Gegner der Nationalsozialisten, Menschen mit Behinderung oder auch homosexuelle Menschen.
Mit den zuletzt genannten Gruppen haben wir uns intensiver beschäftigt. Zu beiden Opfergruppen haben wir eine Person recherchiert, mit deren Geschichte wir uns besonders auseinandergesetzt haben. Für die homosexuellen Menschen haben wir Karl Bonaszewski ausgesucht. Für die Gruppe der Menschen mit Behinderung haben wir die Geschichte von Maria Daniel recherchiert. Von beiden Schicksalen waren wir sehr berührt.
Wir haben nicht nur während unserer Arbeit an den sways viele Informationen gesammelt, sondern auch viele vorher im Unterricht erlernte Inhalte vertieft. Uns wurde auch noch einmal besonders bewusst, wie grausam und ungerecht die Menschen damals behandelt wurden, nur weil sie in den Augen anderer „anders“ waren. Die Lebensgeschichte von Karl Bonaszewski hat uns verdeutlicht, wie riskant es damals war, homosexuell zu sein. Das Schicksal von Maria Daniel zeigte uns eindrücklich, wie gering der Wert war, den man damals dem Leben von Menschen mit Behinderungen gab.

Durch diese persönlichen Geschichten wurde uns klar, warum es so wichtig ist, über das Vergangene zu sprechen. Wir lernten, wie schnell aus Vorurteilen Hass entstehen kann. Und wir haben verstanden, dass wir als junge Generation die Verantwortung haben, uns für Menschlichkeit, Vielfalt und Respekt stark zu machen – heute mehr denn je und auch in der Zukunft.
Unsere beiden sways werden im Jahresheft 2026 des Geschichtsforums Schleiden veröffentlicht. Das ist für uns eine große Ehre, denn so können auch andere Menschen die Geschichten von Karl Bonaszewski und Maria Daniel kennenlernen und daraus lernen.

Laura Schnitzler, EF