Was gehört zu den Arbeitsbereichen von Misereor und was geschieht mit unseren Aktion Tagwerk-Geldern?
Karin Hülsmann und Suzanne Lemken, Referentinnen von Misereor, zu Besuch an der Clara-Fey-Schule
Misereor setzt sich seit 1958 für den globalen Süden ein, mit dem Ziel, Menschen ein besseres Leben und eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Mittlerweile ist es das größte Hilfswerk in Deutschland und finanziert sich einerseits durch Gelder für seine Arbeit vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, die aber in diesem und im letzten Jahr stark gekürzt werden, und andererseits durch Spenden von Einzelpersonen, Firmen oder Schulen. Zu den Arbeitsschwerpunkten von Misereor gehören vor allem die Projektarbeit, die Bildungsarbeit und die politische Arbeit. Es geht also darum, Partnerorganisationen vor Ort im Globalen Süden finanziell zu unterstützen, damit diese die Lebenssituationen der Menschen verbessern, Menschen in Deutschland über schwierige Lebensbedingungen oder die Auswirkungen der Klimakrise zu berichten und Kontakte zur Politik zu pflegen, an u. a. Klimakonferenzen teilzunehmen und um „den Mächtigen ins Gewissen zu reden“, so Suzanne Lemken.
Als konkretes Beispiel, um zu sehen, wie unsere Aktion Tagwerk-Gelder verwendet werden, wurde ein Projekt aus Brasilien vorgestellt. Denn Brasilien gilt als Land, in dem eine extreme Spaltung zwischen Luxushäusern und Armenvierteln herrscht. So gibt es beispielweise in Recife und Caruaru viele Straßenkinder, die in prekären Lebensumständen aufwachsen, bei denen Drogen zum Alltag gehören und bei denen somit wenig Chancen auf eine bessere Zukunft bestehen. Dort setzt Misereor an und bietet diesen Straßenkindern u. a. zusammen mit der Partnerorganisation Grupo Ruas e Praças in einem Jugendzentrum eine Anlaufstelle. Hier kann man sich einfach ausruhen, duschen, erhält eine warme Mahlzeit und kann an Freizeit- und Bildungsangeboten teilnehmen. Man schafft Vertrauen zu den Kindern und Jugendlichen, ist Ansprechpartner bei psychischen und sozialen Problemen und auch der Kontakt zu Ärzten kann hergestellt werden. Das Ziel solcher Angebote ist es somit, Kindern und Jugendlichen, die oftmals kaum Unterstützung haben und auf sich alleine gestellt sind, wahr- und ernst zu nehmen und zu versuchen, ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen.
Die Aktion-Tagwerk-Gelder, die eben auch von Kindern und Jugendlichen der CFS erarbeitet wurden, kommen so wieder Gleichaltrigen zugute, die aber eben nicht so privilegiert wie viele von uns aufwachsen. Um dieses große Engagement zu würdigen, überreichten Frau Hülsmann und Frau Lemken der Schülerschaft der CFS eine Urkunde und bedankten sich herzlich für deren Einsatz. Ein Stück gelebte Solidarität.
Stephanie Reuter








