Der Trauer Raum geben- Besuch eines Bestatters
In der letzten Woche vor den Ferien hatte die Klasse 9c ungewöhnlichen Besuch: Bestattungen Joisten aus Gemünd folgte unserer Einladung und stand uns 90 Minuten Rede und Antwort zu allen Fragen rund um unser Religionsthema „Tod und Sterben“.
Durch die offene und empathische Art von Stephan Joisten verlor das Thema schnell seinen Schrecken. Wir erkannten, wie vielfältig das Berufsfeld eines Bestatters ist: die Abholung und das Zurechtmachen der Verstorbenen, die Begleitung und Beratung der Angehörigen, das Erstellen von Trauerkarten und Zeitungsanzeigen und natürlich ganz viel Bürokratie. Daher sei es gut, eine Vorsorge für den Sterbefall – finanziell oder spezielle Wünsche für die Beerdigung – zu treffen, um die Angehörigen in dieser schweren Zeit etwas zu entlasten.
Besprochen wurden zudem die Unterschiede zwischen einer Erd- und Feuerbestattung und auch der Ablauf einer Wald- oder Seebestattung kam zur Sprache. Weiterhin wurde auch die Möglichkeit einer muslimischen Bestattung, bei der der Verstorbene nach Mekka ausgerichtet wird, thematisiert. Herr Joisten zeigte uns zudem eine Aschekapsel sowie einen Schamottstein, der als feuerfester Identifikationsstein bei einer Einäscherung im Krematorium zum Einsatz kommen.
Laut Herrn Joisten lernt man in diesem Berufsfeld professionell mit dem Tod umzugehen, wenn es aber sicherlich auch immer mal Situationen und Umstände gibt, die einen selbst berühren. Der Ausspruch „Partner gehen von der Seite, Kinder vom Herzen“ verdeutlichte dies leider sehr gut. So schien dann auch der Hinweis auf einen möglichen Praktikumsplatz beim Bestatter zuerst einmal ungewöhnlich, doch sicherlich für einige eine Überlegung wert.
Besonders wichtig scheint es für Bestatter wie Herrn Joisten zu sein, den Betroffenen Raum für ihre Trauer und teils auch Wut zu geben und zu versuchen, ihnen so viel es geht abzunehmen. Die Möglichkeit, sich in einem speziellen Trauerraum von dem Verstorbenen zu verabschieden, nehmen laut Herrn Joisten mittlerweile ca. 80% der nahen Verwandten und Freunde wahr.
Wir danken Herrn Joisten dafür, sich Zeit für unsere Fragen genommen zu haben und das Thema „Tod und Sterben“ etwas greifbarer zu machen.
Stephanie Reuter






